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🏛️Rom – Eine Reise in acht Kapiteln

  • Autorenbild: Hermann Diethelm
    Hermann Diethelm
  • 3. März
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 11. März

Rom offenbart sich nicht sofort – die Stadt entfaltet sich Schritt für Schritt. Zwischen Cappuccino am Morgen, barocken Plätzen, antiken Ruinen und stillen Landschaften entfaltet sich ein Rhythmus, der sich am besten zu Fuss erschliesst. Wer sich Zeit nimmt, entdeckt eine Stadt, die sich Schicht für Schicht öffnet. So auch auf einer kulturperpedes‑Reise im Februar 2026.


Die antike Via Appia im Sonnenlicht

  1. Ankunft – ein Umweg ans Meer

Der Start in Zürich verläuft ruhig, bis in Mailand ein Zugausfall die Route verändert. Die Umbuchung führt über Genua entlang der ligurischen Küste – ein unerwarteter Umweg mit Meerblicken und Lichtstimmungen. Rom wird erst spät erreicht, doch ein kleines Lokal nahe des Hotels findet noch Platz. Ein improvisierter, stimmiger Auftakt.


  1. Sonntag – Mit dem E‑Bike über die Via Appia

Die Tour führt vom Zentrum über Santa Maria Maggiore und die Lateranbasilika hinaus zur Via Appia. Vorbei an den Caracalla‑Thermen und dem Grabmal der Caecilia Metella wird die antike Infrastruktur in ihrer ganzen Wucht spürbar. Gleich gegenüber lädt eine einfache Fraschetta (Besenbeiz) zu Bruschette, Pasta und römischen Klassikern ein.

Idylle an der Via Appia
Idylle an der Via Appia

Am Nachmittag teilt sich die Gruppe: Einige fahren weiter, andere geniessen einen Kaffee an der Appia, während die Landschaft langsam in den Nachmittag kippt. Der Rückweg führt über grüne Wiesen, gesäumt von Zypressen, und endet mit dem Kolosseum im warmen Abendlicht.

Am Abend stehen im lebhaften jüdischen Viertel Carciofi alla Giudia, Baccalà und Concia auf dem Tisch – Gerichte, die die Vielfalt der römischen Küche auf den Punkt bringen.


  1. Montag – Antikes Rom

Der Tag begann bei San Pietro in Vincoli mit Michelangelos Moses. Anschliessend öffnete der Palatin den Blick über Circus Maximus und Forum Romanum. Beim Rundgang durch das Forum wurden Tempel und Triumphbögen zu stillen Erzählern ihrer Zeit.

Nach einer Pause in einem Bistro folgte das Pantheon, dessen Kuppelraum immer wieder Staunen auslöst. Der Abend klang in einer traditionellen Trattoria im Monti‑Viertel aus.


Palatin in der Sonne

 

  1. Dienstag – Subiaco und die Stille der Berge

Sacro Speco - Fresko

Ca. 80 km östlich von Rom führte ein Weg hinauf zum Sacro Speco, dem in den Fels gebauten Benediktinerkloster. Die Mischung aus Natur, Bewegung und Weitblick prägte diesen Tag stärker als Monumente.

Nach dem Mittagessen im Ristorante Belvedere teilte sich die Gruppe: Altstadtbummel oder Besuch des Franziskanerklosters. Am Abend Rückkehr nach Rom – bereichert um einen stillen, landschaftlichen Kontrapunkt zur Stadt.


Subiaco - Sacro Speco

 

  1. Mittwoch – Kuppeln, Plätze und Renaissancekunst

Caravaggio - Madonna dei Pellegrini

Ein langer Spaziergang führte über die Spanische Treppe, die Villa Medici und die Piazza del Popolo. In Santa Maria del Popolo warteten Kunstschätze, in San Luigi dei Francesi drei Caravaggio‑Gemälde.

Nach einer kurzen Pause im Kreuzgang von Santa Maria della Pace ging es weiter zur Piazza Navona und schliesslich in die Vatikanischen Museen. Die Sixtinische Kapelle bildete den Höhepunkt – ein Raum, der Kunst, Geschichte und Theologie in eindrucksvoller Dichte vereint.


  1. Donnerstag – Antike Mosaiken und ein Regenguss

Santa Maria Maggiore und Santa Prassede zeigten zwei frühe Kapitel christlicher Bildtradition – erzählend, goldgrundig, still.

Traditionelle Hostaria im Ghetto

Über den Kapitolsplatz ging es zur Kirche Santa Maria in Aracoeli. Beim Verlassen setzte starker Regen ein, der die Gruppe ins Ghetto Ebraico führte, wo ein spontanes Mittagessen wartete.

Der Nachmittag stand zur freien Verfügung: Trevi‑Brunnen, Trastevere oder Marktbesuch – ein Tag voller kleiner eigener Wege.

 

  1. Freitag – Vulkanseen und Walderdbeeren

Bar in Nemi

Die verschobene Wanderung in den Colli Albani führte durch lichte Wälder zum Lago di Nemi. Hoch über dem See wartete eine Terrasse mit Blick auf See, Hügel und das antike Diana‑Heiligtum.

Nach Kaffee und den berühmten Walderdbeeren ging es weiter nach Ariccia, wo eine Fraschetta Porchetta und andere Klassiker aus Lazio servierte.

Zurück in Rom folgte am Abend ein letztes gemeinsames Essen – und ein Gelato im Palazzo del Freddo Giovanni Fassi als süsser Abschluss.

 

  1. Samstag – Rückreise

Die Heimfahrt führte erneut über Mailand, wo ein neapolitanisches Mittagessen den Süden noch einmal aufleben liess.

In Zürich löste sich die Gruppe auf – reich an Gesprächen, Wegen und Erinnerungen.

 

Epilog – Unterwegs per pedes

Eine Woche zwischen Antike und Barock, zwischen Vulkanseen und Stadtgassen, zwischen Goldgrund und römischem Alltag.

Schritt für Schritt entstand ein Zugang zu Orten, Geschichten und Menschen. Rom zeigte sich in vielen Schichten – monumental und verborgen, laut und still.

Was bleibt, sind Bilder und das Gefühl, dass diese Stadt sich öffnet, wenn man ihr Zeit schenkt.








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